Skyfall – 007 meldet sich zum Werben!


„Er mag alle Drinks, egal ob Bier oder Champagner. Und es kommt alles im Film vor.“ – Daniel Craig

Am Donnerstagabend war ich mit Freunden im neuen James Bond-Film „Skyfall“ und habe gemerkt, dass sich die Werbung mit der Figur James Bond nicht nur auf TV-Werbespots beschränkt, sondern sich auch im Film selbst widerspiegelt. Diesbezüglich schreibe ich einen kleinen Artikel für den TMC Azubiblog!

Aber erst einmal zum Film selbst:

Ich finde, dass „Skyfall“ noch einmal mehr zeigt, wie sich die Figur des James Bond in den letzten 50 Jahren verändert hat. Es ist faszinierend, wie stark die Filme und besonders die James Bond-Darsteller den Zeitgeist ihres Jahrzehnts reflektieren. Beispiele dafür sind die Bösewichte: erst waren es die Russen, dann die Feindbilder Drogenbosse, Umweltzerstörer und heutzutage Cyberterroristen. Die Bond-Darsteller entwickelten sich vom smarten Gentleman Sean Connery – welcher mein Lieblingsdarsteller ist – über den Weltmann Roger Moore und dem Dressman Pierce Brosnan zum kantigen Daniel Craig mit einer zerstörten Seele und altersbedingten körperlichen Schwächen.
50 Jahre James Bond haben Spuren hinterlassen und dies zeigt sich besonders im Film „Skyfall“:
Daniel Craig kämpft den ganzen Film über gegen das Alter. Er wird oft als Antiquität, Auslaufmodel und Überbleibsel einer alten Zeit bezeichnet. Aber er merkt auch, wie die Zeit an ihm nagt! Er hat Probleme mit sportlichen Aufgaben, kann nicht mehr zielgenau schießen und wird von einem überhöhten Alkoholkonsum beherrscht.
Ich kann nur sagen, dass der neue James Bond ein sehr eindrucksvoller Film ist, welcher zum ersten Mal auf die Vergangenheit des Agenten eingeht. Düster – aber der Zeit angemessen – in der es keine realen Feinde mehr gibt und in der wir nach 9/11 wissen, dass jede Minute ein terroristischer Anschlag in Form von Gewalt- oder Cyberanschlägen kommen kann!

Nun aber zur Nutzung von James Bond durch die Marketing-Industrie:

Wenn man sich die Markenpräsenz in James Bond-Filmen anschaut, erkennt man, dass diese schon dazu gehört, wie die Pistolen vom deutschen Waffenhersteller „Carl Walther“, welche auch ein Teil des Produkt-Placement sind.
Besonders Alkoholhersteller, wie bspw. Smirnoff waren schon seit dem ersten Bond Film ein Teil der Filme. Zudem sind Uhren vom Schweizer Hersteller Omega (z.B. „Skyfall“) oder Rolex, Automarken wie Aston Martin oder BMW („Goldeneye“), und auch Marlboro („Moonraker“) in den Teilen der James Bond-Reihe wiederzuerkennen! Allein Szenen in denen James Bond gefragt wird: „Schicke Uhr. Rolex?“ und Bonds Antwort: „Omega!“ lautet, unterstreichen die perfekte Platzierung einiger Marken.  Die James Bond-Reihe gilt als einer der Vorreiter von Product-Placement, einer beliebten Disziplin von bekannten Werbeagenturen.

Besonders „Skyfall“ zeigt die starke Abhängigkeit der James Bond-Filme zum Product Placement. Dies liegt hauptsächlich an der Finanzierung der Filme.  Allein 1/3 des Produktionsbudgets wurden durch Marketing-Budgets bekannter Marken gestemmt.

Allein der Werbetrailer zum Film „Skyfall“ zeigt drei verschiedene Autos (Land Rover Defender Double Cab, einen Range Rover und einen Jaguar XJ), ein Sony Notebook, eine Pistole von Carl Walther und verschiedene Designeranzüge von Tom Ford. Des Weiteren wird eine Yacht von „Pruva Yachting“, ein Motorrad von „Honda“ (Honda CRF 250 R) und eine „Omega“-Uhr (Seamaster Planet Ocean) beworben.

Besonders die Getränkemarken sind neben den Automarken stark vertreten und sorgten für Furore. Coca Cola war noch halbwegs akzeptabel, aber als der klassische Wodka Martini – geschüttelt und nicht gerührt – gegen Heineken Bier ausgetauscht wurde, griff man eines der grundsätzlichen Erkennungsmerkmale der Bond Geschichte an. Kein Wunder, dass die Fans nicht gerade begeistert waren. Dazu kamen noch Getränke der Marken „Bollinger Champagner“ und „Macallan Wiskey“. Ob der ständige Alkoholkonsum von Bond von den Marken gewünscht war?! 😉

Außerdem ist der Elektronikhersteller Sony stark vertreten, da neben dem „Vaio Notebook“ noch ein „Sony Xperia T“ Smartphone vorkommt.

Neben den Product Placements im Film wird das private Fernsehen ebenfalls von Werbe-Kampagnen mit Affinität zu James Bond überschüttet.
Beispiele dafür ist der Heineken Werbespot, in dem auch Daniel Craig und Bond-Girl Bérénice Marlohe eine Rolle spielen, der Sony Spot und der Spot von Coca Cola.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=jZsfB0ycfMo

Zudem bedienen sich die Marken einer engen Verknüpfung mit weiteren Medien aus dem Bereich des Offline- und insbesondere Online-Marketings.
So zählt die Fangruppe im Social-Media Netzwerk Facebook über 1,5 Mio Gesichter aus aller Welt, denen z. B. spektakuläre Detailaufnahmen der Honda-Motorräder vor Augen geführt werden.

Der Marketing-Mix wird rund um Bond in aller Intensität gelebt.

Fazit: Meiner Meinung nach sind Product Placements wie z.B. von Aston Martin oder Omega ein Teil der James Bond-Reihe, jedoch zerstört man die Grundlagen der James Bond Geschichte mit dem Austausch von Wodka Martini durch Heineken. Besonders die Platzierung der Alkoholmarken könnte sich eher kontraproduktiv auswirken, da deren Platzierungen nur aufgrund des hohen Alkoholkonsums von Bond möglich sind. Dadurch, dass das Umfeld eher unangenehm ist, könnte dementsprechend das Markenimage leiden, da der Zuschauer dies pejorativ einstufen könnte. Außerdem  sind mir manche Marken gar nicht aufgefallen – Bsp. Bollinger Champagner – da sie nur eine kurze Präsenz in einer Szene hatten. Worin liegt dann der Mehrwert, wer ist die Zielgruppe? Damit ist zu sagen, dass sich alteingesessene Marken in der James Bond-Reihe etabliert haben und nicht so einfach zu ersetzen sind.

www.stern.de, www.spiegel.de, www.derwesten.de, www.tagesspiegel.de

Bildquelle: Piotr Zajac / Shutterstock.com

  • 26. November 2012
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Felix Fischer-Reinke
Über uns

Felix Fischer-Reinke war von 2012 bis 2014 Auszubildender zum Veranstaltungskaufmann, anschließend hat er seine Weiterbildung zum Veranstaltungsfachwirt abgeschlossen. Heute ist er Live Marketing Manager bei der TMC GmbH.

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