Werbetrommel Instagram


Das lukrative Geschäft mit der Social Media-App

Zuerst einmal: Was ist Instagram überhaupt genau? Im Gegensatz zu Facebook, Twitter und Co. stehen bei Instagram einzig und allein Bilder und Videos im Vordergrund. Diese können mit Filtern bearbeitet, in der Bildbeschreibung mit sogenannten „Hashtags“ versehen und anschließend mit der Öffentlichkeit geteilt werden. Die veröffentlichten Medien können von Instagram-Nutzern mit „Gefällt mir“ beziehungsweise einem Herz-Symbol markiert oder auch kommentiert werden. Im August 2012 kaufte Facebook Instagram für 730 Millionen US$. Laut einer Studie von GlobalWebIndex dominierte im 3. Quartal 2014 die Gruppe der 16- bis 24-jährigen Instagram-Nutzer mit 37 Prozent. Im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken lag Instagram bei den Nutzerzahlen im März 2015 unter anderem gemeinsam mit Skype und Google+ weltweit mit rund 300 Millionen Nutzern auf dem 8. Platz. Mittlerweile ist die Instagram-Community sogar auf 400 Millionen Nutzer gewachsen.

Instagram erfreut sich seit der Gründung im Jahr 2010 vor allem bei der jüngeren Generation großer Beliebtheit und hat sich zur neuen Trend-App entwickelt. Allein 9 Millionen Instagrammer gibt es in Deutschland. Damit hat Instagram ein enormes Potenzial für das digitale Marketing und hat sich in den letzten Jahren zur Werbetrommel für Unternehmen entwickelt. Diese nutzen das soziale Netzwerk, um ihre Markenbekanntheit zu erhöhen, ihr Markenimage zu verbessern und somit ihre Verkaufszahlen zu steigern. Bei deutschen Unternehmen ist in Sachen Instagram jedoch noch viel Luft nach oben, denn kaum ein soziales Netzwerk wird von Marken so unterschätzt und missverstanden wie Instagram. „Wie funktioniert denn nun dieses Instagram-Dingsbums?“, scheinen sich viele Marketer zu fragen. Instagram selbst erklärt seine Philosophie so:

„Instagram-Nutzer halten nicht nur Bilder besonderer Momente fest und teilen diese, sondern sie suchen auch nach Inspirationen – von Mode über Reisen bis hin zu Autos“.

Erfolg nur durch Bilder? Ja!

Ein großer Pluspunkt, den Instagram für das digitale Marketing mit sich bringt: Die visuelle Kommunikation ist auf dem Vormarsch, denn Bilder fesseln den Konsumenten und sind über alle Sprachbarrieren hinweg verständlich. Außerdem sind Bilder einfacher zu verstehen und weniger zeitraubend als Texte. Durch den immer flüchtiger werdenden Medienkonsum und die herrschende Informationsflut neigen Menschen also dazu, sich Informationen zunehmend visuell zu beschaffen. Viele Marketer haben dies verstanden und publizieren deshalb entweder selbst oder mithilfe von Bloggern Fotos und Videos, um besser wahrgenommen zu werden. Originalität und Qualität der Produkte müssen in – und das ist besonders wichtig – ästhetische und authentische Bilder umgesetzt werden. Aber wie stellt man das an?

Visual Storytelling

Geschichten erzählen mit Bildern – das ist die hohe Kunst des modernen Marketings. Und dies wird von Firmen genutzt: Visual Storytelling heißt das Zauberwort. Rund um das Produkt werden Geschichten durch den Einsatz visueller Medien (Foto, Illustration oder Video) erzählt. Bestes Beispiel hierfür ist Nike mit unglaublichen 47,1 Millionen Followern. Die Bilder sind für die Zielgruppe, die hauptsächlich aus jungen Menschen besteht, eine Widerspieglung des Lifestyles, den sie leben wollen. Mithilfe emotional aufgeladener Bilder verschiedenster Situationen rund um Sport werden die Produkte eher unauffällig platziert. Denn es geht nicht darum, nur das blanke Produkt auf einem Foto darzustellen. Genau das – nur Hochglanzfotos teuer in Szene gesetzter Produkte auf dem Firmen-Instagram-Account hochzuladen – ist ein Fehler, den viele Marketer begehen. Vielmehr sollte jedes Foto mit einer kleinen Story verknüpft sein, sodass die Kunden eine emotionale Bindung herstellen können. Hier seht ihr einen Auszug aus dem Instagram-Account von Nike:

 

nike

Quelle: Instagram / Nike

Product-Placement

Das Product-Placement steht als Marketingmaßnahme bei Instagram besonders im Fokus. Unternehmen bezahlen Instagrammer mit vielen Followern dafür, dass sie ihre Produkte in die Kamera halten. Der Hintergedanke dabei: Die Follower wollen sich mit den Internetberühmtheiten identifizieren, sehen sie quasi als Vorbild – nach dem Motto: „Was die hat, muss ich auch haben!“ – und kaufen das Produkt. Daraus ergibt sich eine Win-Win-Situation: Die Instagrammer bekommen Produkte umsonst und verdienen mit ihrem „Hobby“ Geld – die Unternehmen hingegen erreichen eine große Anzahl von potentiellen Käufern und verzeichnen neue Marketingerfolge.

Eine der erfolgreichsten deutschen Instagrammerinnen – deren Account ich übrigens auch schon sehr lange folge – ist Pamela Reif aus Karlsruhe. Sie ist quasi das deutsche „Instagram-Sternchen“ und hat es geschafft, aus ihrem Account ein Geschäftsmodell zu machen, mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienen kann. Heute reist sie rund um die Welt: New York, Mexico, Malediven – Pamela kommt richtig rum. Mit Selfies und Videos, die sich rund um die Themen Fitness, Ernährung und Mode drehen, unterhält sie tagtäglich eine Community von weit über 2 Millionen Menschen. Ihr Abitur hat Pamela mit 1,0 bestanden – doch statt Medizin oder Jura zu studieren macht sie vorerst Karriere als Instagram-Model. „Ich möchte später auf jeden Fall noch studieren.“, sagte Pamela in der Talkshow „Markus Lanz“ am 6. April 2016. Momentan jedoch sehen viele Firmen Pamelas Account als lukrative Werbemöglichkeit – vor allem für die junge Zielgruppe. Das beschert ihr jede Menge Aufträge, in denen sie als Werbeträgerin gebucht wird. Auf Ihren Fotos bewirbt sie zum Beispiel den Fitness-Tee Teatox des Herstellers SkinnyMint, die Abnehmprodukte von Shredz sowie Designermarken und Online-Shops. Pamela sagt, sie bewerbe nur Produkte, die sie auch im wirklichen Leben benutze und von denen sie überzeugt ist. Wie viel Pamela mit den Werbedeals verdient, möchte sie nicht verraten. Einige Fotos, auf denen Pamela Produkte bewirbt:

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Quelle: Instagram / pamela_rf

Anzeigen schalten auf Instagram?

Instagram startete im Frühjahr 2015 in die Werbevermarktung. Ein halbes Jahr später war es dann möglich, Werbung auf Instagram schalten zu lassen. Nutzern werden nicht nur noch Bilder von Accounts angezeigt, denen sie gefolgt sind. Zwischen den Bildern tauchen plötzlich Werbeanzeigen und Werbeclips von Unternehmen auf, die mit dem Hinweis „Gesponsert“ gekennzeichnet sind. Durch einen Klick auf „Gesponsert“ lässt sich die Werbung zwar verbergen, trotzdem dürfte dieser Schritt bei den wenigsten Nutzern gut ankommen. Deshalb versucht Instagram vorzubeugen und vorerst nur Werbung von Unternehmen zu schalten, die ohnehin schon erfolgreich sind und viele Follower haben. So soll die Werbung „kreativ und interessant“ sein.

Bleibt zu hoffen, dass es in Instagram bald nicht zu einer Werbeflut kommt und das tolle Konzept der App erhalten bleibt!

 

Titelbild: charnsitr / Shutterstock.com

  • 18. Juli 2016
  • 0
Jacqueline Frigger
Über uns

Hallo! Mein Name ist Jacqueline Frigger. Ich war von 2014 – 2017 Auszubildende Kauffrau für Marketingkommunikation bei der TMC GmbH.

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